Marktschreier – hier und heute?

Ja, den Beruf des Marktschreiers gibt es seit vielen tausend Jahren. Und er hat an seiner Bedeutung im Laufe der Zeit nicht verloren.

Oft wird Marketing reduziert auf Werbung, die wir im Fernsehen oder in Zeitschriften sehen oder die unseren Briefkästen füllt. Dabei ist Marketing so viel mehr. Wie der Marktschreier auf dem Marktplatz im alten Rom, agiert der Marketingexperte heute im mordernen Büro.  

Der Marktschreier

Marketing gibt es schon viele tausend Jahre. Im antiken Rom war die Berufsbezeichnung des Marketingexperten der „Marktschreier“. Das Aufgabengebietes des „Marktschreiers“ umfasste viele Aufgaben, die der Marketingexperte heute noch bedient. Er analysierte den Markt, platzierte sich bestmöglich und pries die Ware lautstark an. Er informierte welche Produkte es gibt, wo diese erworben werden können und deren Vorzüge.

Beispiel: Gute Frau (Zielgruppenansprache) wir haben die schönsten und geschmackvollsten Äpfel (Qualitäts- und Nutzenangabe). Ihr Mann und die Kinder werden sich die Lippen schlecken, bei unseren Äpfeln (emotionale Ansprache). Gehen Sie zu dem Stand am Ende des Weges (Angabe zum Verkaufsort), dort finden Sie unsere Äpfel. Sie werden nirgendwo auf diesem Markt bessere Äpfel zu einem günstigeren Preis finden (Marktrecherche und Preisgestaltung).

Das entspricht dem überwiegenden Teil des Aufgabengebietes eines Marketingexperten. Da sich der Markt für heutige Produkte jedoch deutlich vergrößert hat, egal ob Anbieter oder Käufer, Produkt oder Marktlatz, ist die Planung und Recherche deutlich umfangreicher und detaillierter geworden.

Die Zielgruppe

Es gab in meinem Beispiel des alten Roms auf dem Markt überwiegend Menschen aus der Region. Die Aufgabenverteilung bei der Lebensmittelbeschaffung war klar definiert „die Frau kauft ein“. Damit war die Zielgruppe für den „Marktschreier“ klar: eine verheiratete Frau, der römischen Sprache mächtig und aus der Region. Heute gibt es die unterschiedlichsten Apfelsorten und internationale Märkte. Zuerst recherchiert der Marketingexperte deswegen auf welchem Markt seine Äpfel nachgefragt werden, da nicht jede Nation denselben Apfelgeschmack hat. Danach analysiert er wer seine Äpfel bevorzugt um die richtigen Personen anzusprechen. Zuletzt plant er noch die zu erwartende Absatzmenge und den besten Weg der Information über sein Produkt.

Die Qualität und der Nutzen

Mit dem WER (Zielgruppe) seine Äpfel bevorzugt kauft, also der Zielgruppe, findet der Marketingexperte heraus welche Vorlieben der Käufer hat. Gemäß diesen Vorlieben gestaltet er die Werbebotschaft, den besonderen Nutzen des Apfels und die Qualität. Etwa so: „alte“ Apfelsorte und deswegen besonders verträglich für Allergiker. Bioqualität. Im Geschmack saftig und leicht säuerlich.

Mit der Platzierung im „richtigen“ Supermarkt (Bioladen, Discounter, Gemüsehändler) ist der Verkaufsort (Marktplatz) geklärt. Die Supermärkte übernehmen meist die Werbung, ob über TV oder Prospekten in Tageszeitungen oder Wochenblättern.

Es gibt Produkte, die erhält man nur im Fachhandel oder nicht in allen Ländern. Der Kaufinteressent sollte deswegen informiert werden, wo das Produkt erhältlich ist. Die Qualität und der Nutzen müssen klar definiert sein und auf die Zielgruppe abgestimmt.

Der Preis

Die richtige Preisfindung ist sehr diffizil. In welchem Preissegment platziere ich mein Produkt. Eher im Billigsektor oder bei den hochpreisigen Produkten. Der Billigsektor erfordert die kostengünstigste Produktion, effektive Verkaufswege und Kosteneinsparung in allen Bereichen. Hochpreisige Produkte erfordern hohe und gleichbleibende Qualität, meist Fachgeschäfte mit Fachverkäufern für die Beratung, und erstklassige Werbung.

Die Marketinganalyse

Um heute erfolgreich Produkte zu vertreiben, ist die Marktrecherche unerlässlich. Das erfordert die permanente Analyse der Zielgruppe, die Situation der Konkurrenz, alle Faktoren der Preisgestaltung, die richtigen Vertriebswege und kostengünstige Werbung. Auch die permanente Anpassung des Produktes an Kundenwünsche ist unerlässlich. Die Marketingstrategie beachtet und bewertet alle Faktoren, das Produkt, den Vertrieb, den Preis und jegliche Verkaufsmaßnahmen. Erst wenn die Strategie steht, startet der „Marktschreier“ mit dem schreien. Der heutige „Marktschreier“ muss wissen wo er schreit und was die Kundschaft hören will. Auf effektive Weise muss er sein Produkt von den anderen Produkten abheben, da sich viele „Marktschreier“ auf dem Markt befinden und um Kundschaft buhlen.

Diese zwei Zitate von Marketingexperten zeigen die Crux des Marketing:

Wenn uns die Zielgruppe nicht versteht, dann ist sie nicht unsere Zielgruppe.
Markus Kutter

Sagt den Leuten nicht, wie gut ihr die Güter macht, sagt ihnen, wie gut eure Güter sie machen. – Leo Burnett

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